"Wenn er das Horn nicht in der Hand hat, ist er krank"

Burzenländer kamen zum fünften Blasmusikantentreffen in Friedrichroda zusammen


Vom 16. bis 18. März 2018 kamen die Burzenländer zu ihrem fünften Musikantentreffen in Friedrichroda im Thüringer Wald zusammen. Das Bläsertreffen knüpft an die vor Jahrzehnten in Siebenbürgen begonnene Tradition an.

Am Freitagabend, vor dem offiziellen gemeinsamen Auftritt der Bläser am Samstag, wurde fleißig geübt und für wunderbare Stimmung im Festraum gesorgt, worauf viele fleißig das Tanzbein schwangen. Eine Burzenländerin, die begeistert zuhörte, sagte über ihren Mann, der auf der Bühne spielte: "Wenn er das Horn nicht in der Hand hat, ist er krank."

Dieselbe Freude am Spielen brachten rund 60 Bläser am Samstag zum Ausdruck. Beim gemeinsamen Auftritt der Vereinigten Burzenländer Blaskapelle boten sie nicht nur wunderbare Blasmusik, sondern gaben auch ein wunderschönes Bild einer musikalischen Gemeinschaft ab. Darunter waren vier Frauen, die unterschiedliche Instrumente spielten, und der dreijährige Max mit eigener Querflöte, eigenem Notenständer und Noten, der neben seiner Mutter stand und fleißig und begeistert "mitspielte". Es dirigierten abwechselnd und gekonnt mehrere Kapellmeister.

Erfreulich war auch zuzuhören, als ein 87-jähriger Musikant das Wort ergriff und alle herzlich begrüßte und mitteilte, dass nun sein Sohn und sein Enkelsohn die Bläsertradition in der Familie weiterführen würden.

Dank des vor einigen Jahren geschaffenen einheitlichen Notenmaterials kann die Vereinigte Burzenländer Blaskapelle bei verschiedenen Veranstaltungen auftreten, ohne lange üben zu müssen. Bekanntlich wirken die Musiker in verschiedenen Formationen mit. Ein bisheriger Höhepunkt war die Teilnahme am Festzug des Oktoberfestes 2017 in München, wo etwa 45 Musikanten den Trachtenzug in den wunderschönen Trachten des Burzenlandes anführten. In der Direktübertragung der ARD war dieser Auftritt weltweit zu sehen.

Mit dem Lied "Ich hatt' einen Kameraden" wurde all der inzwischen verstorbenen Musikanten gedacht. Klaus Oyntzen berichtete über die bisherigen vier Bläsertreffen und ihre Schwerpunkte. Nach einer kurzen Ansprache überreichte Karl-Heinz Brenndörfer, Leiter der HOG-Regionalgruppe Burzenland, das Schild der Vereinigten Burzenländer Blaskapelle an deren Dirigenten Klaus Knorr und wünschte ihm viel Erfolg bei künftigen Auftritten. Als Zeitdokumente wurden zwei Plakate der Kronstädter Musikformation ausgestellt, die in den achtziger Jahren unter der Leitung von Günther Schromm erfolgreich war.

Am Abend bis spät in die Nacht hinein sorgte die bekannte Nürnberger "Silverstars"-Band für gute Stimmung und hielt alle Musikgenießer in vollem Schwung.

Erwähnt sei auch eine Viererband, die sich spontan am Freitagabend - nach dem offiziellen Teil - bildete und auf Instrumenten wie Akkordeon, Flügelhorn, Bassflügelhorn und Tuba für eine Riesenstimmung sorgte und den Tag damit musikalisch abrundete.

Wunderschön gespielte Blasmusik erklang auch am Sonntag, dem Abreisetag, bis zum Mittag. Die beiden gemeinsam gesungenen Burzenland-Lieder beendeten das Treffen, an dem sich 321 Musikfreunde beteiligten. Ein ganz herzlicher Dank sei hiermit den Organisatoren Familie Götz und Klaus Oyntzen für dieses gelungene Treffen ausgesprochen, ebenso den vielen von weither angereisten Teilnehmern und auch den Frauen für das wunderbare Gebäck nach siebenbürgischer Art. Auch dieses Treffen wird uns noch lange in schöner Erinnerung bleiben.

Hans-Günther Kessler